Samstag, 24. März 2018

licht und frucht

es kann nicht ein gottesgedanke allein 
aus der geistessphäre heraus die ganze schöpfung, 
die welt und die menschheit hervorgebracht haben 

- nein, das nicht. 

aber solange wir vom vatergott sprechen, 
vernachlässigen wir ja eben 
die andere seite der wirklichkeit:
nämlich die weibliche
mutter natur mutter erde mutter stoff
materie… (theilhard de chardin)

schöpfung kann sich nur dort ereignen, wo ein gott 
- sei es nun ein gedanklich existenter oder ein allmächtiger -
auf eine materielle, eine mütterliche essenz fällt.
so wie sich alles, was werden will, 
durch befruchtung erfinden muss,
so setzt auch die schöpfung 
solch eine ur-befruchtung voraus.

ein vatergott 
ist potent, mächtig, allwissend…
aber er ist nicht fruchtbar.
der göttliche gedanke 
fruchtet erst in der materie.

in der personage eines auf die menschenerde
transponierten weltendramas hiesse das: 
der theologische postulierte eros des „es werde“
muss auf das atheistische urgewebe 
des „es ist kein gott“ fallen.

geistesgeschichtlich gehören
atheismus und theologie
zusammen wie - 
adam und eva.

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