Sonntag, 23. Juli 2023

Sag: Heiligest Du -

Nackt im Nebel des rauchenden Waldes

die Schritte im feuchten Gras - wandelnd
das Gras im feuchten Schritt - wandelnd  

Schrecken, Tod und Lavaglut des Vulkans
in weiche heilige zitternde Berührung

Seelenfeuer und Durchdringung
Elektrische Entladung und Orgasmus

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und darüberhinaus
Jahrhunderte
im Weltall weiterschmelzen

endlos schamlos hemmunglos
zwischen Mond und Venus silbrig glänzend
pochend stöhnend schreiend

durch das Jenseits
in ewiger Stille des Saturn
entgegen stürzend dem tiefblauen Abgrund Neptuns

lippenleckend lächelnd - horch! -
fliessend goldenes Platschern
Öffnungen heiss ineinanderragend

wähnende Formen und Knospen
praller Blüte Explosivität… rosa ja gar

oder nassfeucht gehauchte Filme
durchscheinender Haut entsteigend
dunstgetragener Irrsinn ineinanderrinnender Säfte

Gott - sieh Deine Schöpfung
sieh sie jubeln und tanzen
und ineinander sich reibend und labend

Sag: Heiligest Du sie insgesamt und allumfassend?

Montag, 19. Juni 2023

Zeh-Oh-Zwei - oder: Keinen Millimeter für Bäume

Neulich, als ich gerade dabei bin, binäres Cis-Unkraut
zu eliminieren, kommt mein Nachbar den Gehweg entlang.
Mein Nachbar ist voll der unsolidarische Egoist und
Verschwörungstheoretiker. Rassist ist er auch, glaube ich.

Er so:
„Also, zu geizig sollten wir mit dem Zeh-Oh-Zwei auch nicht sein.
Schliesslich wollen ja auch die Bäume atmen. Obwohl das
bei denen ja anders heisst…. Fast gewinne ich den Eindruck,
als sollte die ganze Pflanzenwelt ausgehungert werden.“

Ich so:
Erstmal Schluss gemacht mit Binäres-Cis-Unkraut-Eliminieren
und rein ins Haus. Ihn Canceln, also: Meinen Nachbarn jetzt.
Weil mit undemokratischen unsolidarischen Egoisten und
Verschwörungstheoretikern red’ ich eh nicht.

Und, also, hey: Mal ehrlich, je mehr ich darüber nachdenke…
umso plausibler scheint es mir, was er sagt. Mein Nachbar jetzt.
Und mit „plausibel“ meine ich: „Jawoll! Richtig so! Aushungern!“

Weil, zunächst dachte ich immer:
Ja, gut, Bäume (ich nehm jetzt einfach mal die,
stellvertretend für dies gesamte Natur-Gestrüpp) -
Bäume, die sind schon fies. Sie sind ja schon
deswegen fies, weil sie irgendwie… so neutral sind.  

Zum Beispiel: Westliche Werte mit Waffengewalt verteidigen -
mit Unterstützung von Bäumen?  Geht nicht. Vergiss es.
Geht gar nicht. Die sind einfach zu… neutral!

Und jetzt, bitte, aufgepasst und nie - mals vergessen:
Wer in dieser Zeit für Neutralität steht, ist rechts!
Im Zweifelsfalle sogar rechtsextrem oder rechtsradikal.
Das gilt natürlich auch und erst rechts, äh, erst recht
für diese… Holzknüppel, diese… Vollpfosten. Zaunlatten.

Wobei sich „rechtsextrem“ eher auf das Gebaren der Äste
und Zweige bezieht, während mit „rechtsradikal“ natürlich
die Wurzeln charakterisiert sind. Nicht von ungefähr
sprechen wir ja auch von der „Wurzel allen Übels“…

Und bitteschön: Glauben die ehrlich,  d a s  wäre uns
entgangen? Dieses ganze Getrickse mit den Worten:
Baumstamm / Stammbaum. Krass toxischer Hatespeech.

Gut, also: Bäume sind rechts. Vermutlich sind sogar
viele von ihnen Nazis. Und, machen wir uns nichts vor:
Einem beträchtlichen Prozentsatz von ihnen dürfen wir
getrost dem Antisemitismus zurechnen. Struktureller
Antisemitismus, im Zweifelsfall. Der ist nämlich überall.
Fast überall. Hey… Hallooo? Geht’s noch?
„Deutsche Eiche“ - Wenn ich das schon höre…

Und deswegen gehören die ausgehungert:
Einfach mal  Schluss mit Zeh-Oh-Zwei.
Keinen Millimeter für Vollpfosten.Zaunlatten,
Holzknüppel und den ganzen braunen (!) Sumpf.

Logisch, oder?
Logisch und woke und there is no Planet Bi.
Jedenfalls mir schien das - bislang - Grund genug
für das Zudrehen des Zeh-Oh-Zwei-Hahns.

Bis mir klar wurde… HALT!

Dieses hölzerne Nazipack ist ja gar nicht neutral!
Was sie nämlich eben nicht sind: Zeh-Oh-Zwei-neutral.
Dieses ganze Holzgerümpel, was da im Wald herumsteht,
ist sowas von null Zeh-Oh-Zwei-neutral.

Und zwar auf eine übel perfide Weise, die völlig geisteskrank ist.
Und zudem krass delegitimierend. Verschwörungstheorie eben.

Denn die Bäume sind ja nicht in der Weise Zeh-Oh-Zwei-neutral,
wie wir das kennen und zum Glück immer konsequenter bekämpfen,
mit Wärmepumpen und Flüssiggas aus US-Indianerreservaten und so.
(Oh, verflixt. Ich wollte sagen: „aus Indigenen-Reservaten“. Oder:
„aus Lebensräumen indigener Stämme“….Ha! Da ist es schon wieder,
seht ihr? Stammeskult. Völkischer Rassenwahn. Nazi-Gechwurbel.)

Die Bäume jedenfalls stehen voll ausserhalb der demokratischen
Gesellschaft. Weil: Die sind nicht nur nicht Zeh-Oh-Zwei-neutral.
Sondern: DIE NEHMEN JA SOGAR ZEH-OH-ZWEI …. WEG!

Und damit? Stellen sie ja wohl voll die Fakten infrage.
Und, hey: Wer die Fakten infragestellt, ist auch Nazi.

Die Bäume mit ihrem scheiss-verlogenen Zeh-Oh-Zwei-Konsum,
mit ihrer Kohlendioxid-Inhaliererei stellen infrage, dass Zeh-Oh-Zwei
die Bedrohung unseres Planeten schlechthin darstellt.
There is no Planet Bi, verdammt nochmal!
Die Bäume, diese verlausten Egoisten,
die - delegitimieren den Staat!

Und deshalb ist jetzt mal Schluss mit Zeh-Oh-Zwei!
Nix Photosynthese. Nix Baum. Nix Wachstum.

Damit die Bäume endlich mal sehen, wie das ist.
Damit die Bäume endlich mal aufhören,
ständig alles zu delegitimieren.
Damit die Bäume endlich mal zur Vernunft kommen.

Baum, verpiss dich!
Keinen Millimeter für Bäume!


* * *


Ach so, hey: Und dann?
Wenn sie dann endlich mal abgeholzt und tot sind?
Dann pupsen sie das Zeh-Oh-Zwei wieder raus
in die Atmosphäre. Nix neutral. Die tun nur so!
Und, mal ehrlich: Die ganze Natur, die - tut nur so.

Erst tun die alle so neutral,
die Bündnisverweigerer und Zeh-Oh-Zwei-Leugner
dann nehmen sie sogar Zeh-Oh-Zwei weg, zum Schein
und blasen verlogenen Sauerstoff in die Atmosphäre
und dann DAS … das ist doch wohl voll rechts.



(Gastbeitrag von Curfew Milchtritt)

Montag, 12. Juni 2023

Viva Santo Antonio!

Heute ist das Fest des heiligen Antonius: Eine geistige Entität, die ich mittlerweile begeistert zu feiern liebe. Nicht, weil sie zum Heiligen-Kanon der Katholischen Kirche gehört - eher: obwohl…   Schien mir doch der Zugang lange in unerreichter Ferne, zugleich verbaut in Darstellungen, die mir kitschig und altbacken vorkamen.
 
Was ich aber jetzt empfinde und was mir jetzt wichtig erscheint: Santo Antonio steht für die Kraft, Gesundheit und Glück in den menschlichen Beziehungen - denen zwischen Mann und Frau, denen zwischen Eltern zu ihren Kindern. Grundlage unseres Zusammenlebens, unserer Gesellschaft - und zugleich Basis und Nährboden für alle freien und frohen Formen, die Menschen als ihren Weg erkennen und wählen.
 
Ich glaube, in unserer Zeit nimmt die Bedeutung solcher Bilder und Imaginationen zu.  
Die Freiheit, die im ewigen Ursprung lebende wie die wiedererrungene, schwebt jederzeit um uns, erbebt in uns - und oszilliert und kommuniziert mit Idealen, an denen wir Menschenkinder uns orientieren, widerspiegeln oder auch abarbeiten können. 
Heiliges Urbild: Lebendiger Motor der Träume und Taten, der Reibungen und Salbungen, in denen Geist und Wille sich ausdrücken und aneinander wachsen…
 
Mögen Lebensfreude, Fruchtbarkeit, geschützte glückliche Kindheitsjahre und die Kraft der Familie immer in ihrem Wert geschätzt und ihrer Heiligkeit geehrt werden - genauso wie die menschliche und gesellschaftliche Vielfalt mit ihrem Reichtum an Liebes- und Lebensformen!
 
Ein Hoch auf die Liebe - die Liebe in ihrer geistigen Essenz wie in ihrer sexuellen Erfüllung! 
Die Liebe im Erschaffen dessen, was der Mensch in natürlicher Demut und Ehrfurcht vor den Wundern der Schöpfung erschaffen kann, in Kenntnis und Erkenntnis der natürlichen Grenzen - innerhalb derer die Welt als ein so geiler wie heiliger Garten sich in Harmonie und voller begeisterter Lebenskraft glücklich und harmonisch entwickeln möge. 

Möge das verlorengegangene Paradies als Urbild und Vorbild in meinem Herzen verankert bleiben und wieder erwachen!
 
Möge die Liebe zu meinem Vater und meiner Mutter eine schwingende Resonanz bilden und widerhallen  in der Liebe zu Vater Himmel und Mutter Erde!
 
Möge sich das Vertrauen in mir stärken, dass mir diese vier vertikalen Liebesströme immer erhalten bleiben und ich sie zu erkennen und empfinden verstehe, den einen womöglich stärker, den anderen schwächer - dass sie sich gegenseitig ausgleichen und potenzieren und dass mir in der entgegenkommenden Richtung ungeahnte unerschöpfliche Liebesströme entgegenrauschen und mich durchs Leben tragen!
 
Möge mir - in Steigerung und Entgrenzung all dessen - der horizontale Liebesstrom als Wunder der Freiheit, Erfüllung und Transzendenz das unermessliche Heiligtum des Lebens bleiben!


Viva Santo Antonio!

 

(Gastbeitrag von A. Goretzki)


Mittwoch, 7. Juni 2023

Sinnestat A

Anne Satti’s 


Tanne ist As!



Tat nass ein 


Nest in Saat.



S'tat Nase in 


satte NS-Ina.


Ina's Tasten 

tasten Anis.


Saiten, Stan?


Satt? Nein, As!



Sinne, Staat:


Satanisten…


Montag, 29. Mai 2023

in funkelnder Begeisterung

Es sind
die großen
Erzählungen

von denen einige schon zu Stein erstarrt
manche voller wilder Lebendigkeit pulsierend
die meisten aber in beiden Zuständen zu finden sind...

In einer der großen Erzählungen der Welt
wird in diesen Tagen der Geist gefeiert
der auf die Erde herab - !? ja, was eigentlich…

- fällt?
- sinkt?
- fliegt?

- blitzt?
- strahlt?
- leuchtet?

- fliesst?
- rieselt?
- schwebt?

- stürzt?
- donnert?
- sichergiesst?

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erscheint dies in unserer Zeit nicht wichtiger denn je
in denen das Transzendente das Übernatürliche
das Geistige das Göttliche das Große Ganze

geleugnet, negiert und bekämpft wird
um der Ideologie der Technokratie
Raum und Macht zu erstreiten

damit diese ihre Märchen
von Allmacht und Unsterblichkeit vor
verwirrten Menschenkindern entfalten möge?


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Darum und deshalb ruf ich Euch zu

in funkelnder Begeisterung

FROHE PFINGSTEN!

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Sonntag, 9. April 2023

Er ist wahrhaftig auferstanden!

Es gibt Zeiten, in denen scheint es von existentieller Bedeutung, 
die Wunder, Gebete und Heilsworte laut auszusprechen, 
die über die Jahrtausende zu uns gelangten, um uns verständlich 
und fühlbar werden zu lassen, was die Welt im Innern zusammenhält.

Denn in diesem Moment, in dem der große Inspirator, 
Heiler und Erlöser vorgelebt hat, wie der Tod zu überwinden sei, 
hat in unsern nördlichen Breiten zugleich Ostara das Zepter übernommen. 
In ihrem Wesen schwingen alle Kenntnisse über die Verbindung 
zwischen Menschenkindern und Mutter Erde in kraftvoller Frequenz.

Der Frühling hat den Winter abgelöst. 
Und es sind dies nicht einfach Jahreszeiten, 
sondern wollende und schaffende Weltenwesenheiten. 
So erkennen wir, wie sich die verschiedenen Erzählungen 
aus dem reichen Schatz der Kulturen dieser wundervollen Erde 
einander ergänzen, erläutern und beleuchten.

Wir sprechen es laut aus, rufen es aus uns heraus in die Welt hinein, 
um Leugnern, Atheisten und selbsternannten Göttern in aller Klarheit 
das Ewig-Wahrhaftige in seiner ganzen Vielfalt entgegenzuhalten - 
und ihrem irrsinnigen Tun die Einfachheit menschlicher Einsicht und Klugheit. 
Wesenszüge also. die endlich, in einem sich anbahnenden Fluidum aus Ehrlichkeit, 
Geschwisterlichkeit und Demut, in hellem Licht erstrahlen wollen.

Viel Wegstrecke ist noch zu gehen auf dieser universellen himmlisch-irdischen Lichtstraße, 
immer mehr und zunehmende Verwirrung ist zu durchschauen und zu überwinden. 
Und es ist zu achten und zu ehren, wer aus reinem Herzen in Liebe zu den Menschen 
wie zu Mutter Erde in Sorge gerät hinsichtlich der notwendigen Gesundung 
aus allen irrationalen Verwerfungen im Zeichen entfesselter Machbarkeit.

Mit offenem Herzen strecken wir die Hand allen entgegen, 
die aus innerer Ruhe und Selbstgewissheit bereit sind sich auszurichten, 
in den Einklang der Welt zurückzufinden und damit die Wirklichkeit zu erschaffen, 
die alle Dinge wieder an ihren Platz finden lässt, an den Platz nämlich, der ihnen 
von jeher zugedacht war und der zugleich Ausdruck der Höchsten Ordnung war und bleibt. 
Gleichzeitig vertrauen wir uns gegenseitig, den Missständen und Unzulänglichkeiten 
unserer Zeit verstehend und gestaltend entgegenzutreten.
 
Das Göttliche, Himmlische und das Irdische, Materielle - alles schwingt miteinander,
spiegelt sich in einander und führt so die große Erzählung von der Geschichte 
der Menschen und Götter, der Natur und dem Großen Unsichtbaren fort.
 
Wir sind froh, uns in diese Erzählung einzufinden.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. 
Unser Sein hat seinen Ort im Inneren unseres Herzens.
Die Demut geleitet uns an der Hand und erfüllt uns, eigenartigerweise,
mit Stolz in Anbetracht der großen Aufgaben, die vor uns liegen.

 

LA RETE DELLA STORIA per p.p.pasolini

LA RETE DELLA STORIA per p.p.pasolini
s.hellwege 2015

A. Goretzki: Rhapsody for String Orchestra - for Soeren Hellwege

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pencil and wax on paper

caboclo industrial

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soeren hellwege 2014

Wie kann ich denken?

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Soeren Hellwege 2019